Medizinisches

Chronische Niereninsuffizienz

Wen betrifft die chronische Niereninsuffizienz?

 

Die chronische Niereninsuffizienz (Nierenschwäche) mit einer Einschränkung der Nierenfunktion (von weniger als 50% und mehr) betrifft nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts in Deutschland mindestens 2 Millionen Menschen. Von diesen 2 Millionen Menschen wissen 3/4 nicht, dass sie eine nachlassende Nierenfunktion bzw. chronische Niereninsuffizienz haben. Es kann im Prinzip jeden treffen!

Die häufigsten Ursachen einer chronischen Niereninsuffizienz sind allerdings ein langjähriger unbehandelter Bluthochdruck sowie ein Diabetes mellitus. Es führen einige Erkrankungen zum rapiden oder schleichendem Nierenversagen. Auch Medikamente, hier insbesondere viele Schmerzmittel, die man ohne Rezept erhält, können ein Nierenversagen auslösen.

 

Wie äußert sich eine chronische Niereninsuffizienz?

 

Leider bemerkt man in frühen Stadien die chronische Niereninsuffizienz gar nicht! Die Niere tut gewöhnlich bei Niereninsuffizienz nicht weh! Erst bei deutlich eingeschränkter Funktion, meist erst im höchsten Stadium (Stadium V) treten Symptome wie Luftnot, Beinschwellungen, Juckreiz, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit auf.

 

Wie bestimmt man die Nierenfunktion?

 

Der einfachste Laborwert ist das Kreatinin. Anhand dieses Wertes kann man mit einer mathematischen Formel die Nierenfunktion abschätzen. Gesunde Nieren filtrieren in etwa 100ml/min. Das sind ca. 6l pro Stunde, über den Tag verteilt 140-150l gefilterte Flüssigkeit, die wir Primärharn nennen. Dieser Primärharn wird dann wiederum von der Niere konzentriert, indem der größte Teil wieder in den Blutkreislauf aufgenommen wird und nur die normale Urinmenge (ca. 1-2l pro Tag, je nach Trinkmenge) übrig bleibt, welche mit allen Giftstoffen über die Blase ausgeschieden wird. Schon bei nur leicht erhöhtem Kreatinin ist ein großer Teil der Niere funktionslos. So ist bei einem Kreatininwert von 1,5mg/dl die Menge des Primärharns nur halb so viel, wir sprechen von einer ca. 50%-igen Nierenfunktionseinschränkung oder einer Niereninsuffizienz im Stadium III (Stadien I-V). Die tägliche Urinausscheidung ist in diesem Stadium meistens nicht gestört.

 

Welche Funktionen hat die Niere?

 

Die bekanntesten Funktionen der Nieren sind die Entgiftung und die Entwässerung. So sind Wassereinlagerungen häufig das erste bemerkte Anzeichen einer eingeschränkten Nierenfunktion. Die Nieren sind aber auch an der Blutdruckregulation, an der Regelung des Mineralhaushaltes, an der Blutbildung, an der Regulation des Knochenstoffwechsel und des Säure-Basen-Haushaltes beteiligt. Werden diese Funktionen überwacht und rechtzeitig unterstützt, so kann ein schnell fortschreitender Nierenfunktionsverlust in vielen Fällen aufgehalten oder zumindest „gebremst“ werden.

 

Wann sollte man sich beim Nephrologen vorstellen?

 

Von der Nephrologischen Fachgesellschaft wird ab einem Serum-Kreatinin von 1,5mg/dl mindestens einmal im Jahr eine fachärztlich-nephrologische Vorstellung empfohlen, um abzuklären, ob bei der Behandlung der Niereninsuffizienz alle Möglichkeiten der Progressionshemmung und Vermeidung entsprechender Spätkomplikationen ausgeschöpft sind. Bei einer Nierenfunktion unter 30% sollte sich der Patient in mindestens 3-monatigen Abständen bei seinem Nephrologen vorstellen.

Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über Ihre Nierenwerte. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Hausarzt und Nephrologe ist unerlässlich.

 

Ab welchen Nierenwerten wird es richtig kritisch?

 

Unsere Nieren sind Hochleistungsorgane, man kommt ja auch deshalb mit nur einer Niere zurecht. Kritisch wird es erst ab einer Funktion unter 10%, doch dann ist eine Verbesserung der Nierenleistung bei chronischer Niereninsuffizienz meistens nicht mehr möglich.

 

Wie kann ich meine Nieren schützen?

 

Trinken Sie normal! Eine sinnvolle Trinkmenge liegt zwischen 1,5 und 2,5l pro Tag. Mehr macht vielleicht Ihren Kreatininwert besser, verbessert allerdings nicht Ihre Nieren. Hören Sie das Rauchen auf! Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Blutdruck. Treten gehäuft Werte über 140/90mmHg auf, kontaktieren Sie Ihren Hausarzt. Treiben Sie Sport und streben ein normales Gewicht an. Lassen Sie jährlich Ihre Nierenfunktion vom Hausarzt überprüfen, wenn Sie einen der folgenden Risikofaktoren haben: Alter über 60 Jahre, Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder ein Familienangehöriger ersten Grades an einem Nierenversagen erkrankt ist.

 

In welche Stadien kann man die Niereninsuffizienz einteilen?

 

Die Funktion wird im Prinzip in 5 Stadien eingeteilt. Je höher das Stadium, desto schlechter ist die Nierenfunktion. Wir unterscheiden die Stadien G1 – G5 wobei in den letzten Jahren das Stadium G3 noch in G3a und G3b unterteilt wird. Die Stadien richten sich nach der GFR (Glomerulären Filtrationsrate). Da eine gesunde Niere in etwa eine GFR von 100ml/min hat kann man die Werte einem Prozentwert in etwa gleich setzen. Bei beispielsweise einer GFR von 35ml/min haben also beide Nieren zusammen eine Funktion von 35% eines gesunden Menschen.

Die Klassifikation A1 bis A3 gibt die Eiweißausscheidung wider. Je mehr Eiweiß ausgeschieden wird, desto höher ist die Störung in der Filtereinheit, dem Glomeruli.

 

 

 

GFR = Glomeruläre Filtrationsrate. chronische Niereninsuffizienz

GFR = Glomeruläre Filtrationsrate. Stadien I-V.

Freitag, 12. Februar 2016 / 

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