Organspendezahlen stabilisieren sich auf niedrigerem Niveau

Freitag, 27. Dezember 2013 / 

So lautet die Pressemitteilung der Deutschen Stiftung für Organtransplantation Mitte Dezember. Es bleibt zu hoffen, dass die Talsohle erreicht ist und nun die Transplantationszahlen wieder steigen! Wir laden Sie ein, noch heute Ihren Organspendeausweis auszufüllen. Im Downloadbereich finden Sie auch 8 gute Gründe für die Organspende zur Transplantation. Unsere Dialysepatienten werden es Ihnen danken!

 

Hier die Pressemitteilung der DSO:


Nach dem massiven Einbruch der Organspendezahlen im zweiten Halbjahr 2012 zeichnet sich im weiteren Verlauf dieses Jahres wieder eine stabilere Entwicklung ab, auch wenn die Ergebnisse der einzelnen Quartale auf einem weitaus niedrigeren Niveau liegen als in den Jahren zuvor. Dies teilt die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) auf ihrem 9. Jahreskongress in Berlin mit.

 

Von Januar bis Oktober 2013 konnten bundesweit 754 Organspenden realisiert werden, im Jahr 2012 waren es in diesem Zeitraum noch 892. Dies entspricht einem Rückgang von -15,5 Prozent. Die Zahl der gespendeten Organe sank in den ersten zehn Monaten weniger stark (-11,8 Prozent) von 3.001 in 2012 auf 2.647 in diesem Jahr. Dieses Ergebnis ist von Bedeutung, da jedes einzelne Spenderorgan das Leben eines Patienten auf der Warteliste retten kann.

 

Die Realisierung von Organspenden hängt von vielen und sehr unterschiedlichen Faktoren ab. So unterliegen die Ergebnisse einzelner Quartale und Regionen immer wieder Schwankungen. Vergleichsweise dramatisch zeigt sich hingegen der tiefe Einschnitt, den die Organspende im Jahr 2012 erfahren musste. Die bekannt gewordenen Manipulationen an Daten von Wartelistenpatienten haben das gesamte System der Organspende und Transplantation beschädigt und zu einem erheblichen Vertrauensverlust geführt. Und dies, obwohl die Organspende in ihrer Wertigkeit unberührt geblieben ist. Nach wie vor kann jedes Spenderorgan das Leben eines schwerkranken Patienten retten.

 

Bereits kurze Zeit nach dem Bekanntwerden der Manipulationen wurden umfassende Maßnahmen ergriffen, die für Aufklärung und mehr Kontrollen sorgen. Ebenso wurde die Einführung einer strikten Qualitätssicherung auf den Weg gebracht. Die DSO sieht in diesen Veränderungen eine große Chance für die Transplantationsmedizin, mögliche Fehlentwicklungen zu korrigieren und wo nötig auch eine gesellschaftliche Diskussion zu ethischen Fragen der Verteilungsgerechtigkeit anzustoßen.

 

„Die bereits umgesetzten Maßnahmen und bevorstehenden Veränderungen führen Schritt für Schritt zu einem qualitätsorientierten, bewertbaren und damit manipulationssicheren Transplantationswesen“, resümiert Dr. jur. Rainer Hess, Hauptamtlicher Vorstand für Restrukturierung der DSO. „Noch befinden wir uns in einem Veränderungsprozess, aber die Weichen für eine Trendwende sind bereits gestellt“, ist sich der DSO-Vorstand sicher. Nur durch kontinuierliche Aufklärung und Transparenz könne dem derzeitigen Rückgang der Spendermeldungen in den Krankenhäusern und den vermehrten Ablehnungen von Seiten der Angehörigen entgegen gewirkt werden.

 

Positiv hingegen bewertet die DSO, dass immer mehr Organspendeausweise als Entscheidungsgrundlage für die Organspende dienen. Bei dem Anteil der Zustimmungen gibt es ein deutliches Wachstum der schriftlichen Willensbekundung von 7,3 Prozent in 2010 auf 14,3 Prozent bis Oktober 2013.

 

Ob und zu welchem Zeitpunkt sich eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung der Organspendezahlen abzeichnen wird, bleibt weiterhin abzuwarten. Die DSO ist indes zuversichtlich, dass die Ergebnisse der ersten drei Quartale 2013 nicht mehr unterschritten werden. Nach einer aktuellen Hochrechnung für das gesamte Jahr würde sich der bundesweite Rückgang der postmortalen Organspende demnach bei -13,5 Prozent einpendeln.

 

Eine Chance zur Verbesserung der Situation sieht der Kaufmännische DSO-Vorstand, Thomas, Biet in einer weiterhin flächendeckenden Aufklärung und Information der Bevölkerung. „Wichtig ist, dass jeder von uns eine selbstbestimmte Entscheidung trifft. Eine Entscheidung – ob „ja“ oder „nein“ – entlastet die Angehörigen. Ein „ja“ kann vielen Patienten das Leben retten“, erklärt Biet. Mindestens genauso wichtig sei es aber, die Krankenhäuser, und hier insbesondere auch die Transplantationsbeauftragten, professionell zu unterstützen und die Prozesse fortlaufend zu verbessern.


Artikel mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO). Mehr erfahren Sie auf den Homepages www.dso.de oder www.fuers-leben.de.

Organspendeausweis